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Wenn Sie nur ein
einziges Wort hätten um alle Göckel-Orgeln
zu charakterisieren: Welches Wort wäre das?
Klang. Meine Instrumente müssen so klangvoll
sein wie dieses hier in Düsseldorf.
Was macht diese Orgel klangvoll? Wie
kann man sich den Klang vorstellen?
Im Grunde gibt es zwei Vorstellungen wie
eine Orgel zu klingen hat: Da ist der
klassische, helle Klang der Barockorgel und
man könnte meinen Bachs berühmte
d-Moll-Toccata zu hören. Eine andere
Klangvorstellung orientiert sich am großen
Symphonie-Orchester. Jede Stimme ist hier
mit zahlreichen Instrumenten besetzt und es
lassen sich ungeheuer spannende
Farbschattierungen erzielen. Daher klingen
meine Instrumente symphonisch.
Bedeutet das eine Vielzahl von
Pfeifenreihen, den Registern?
Nein, denn Klangschönheit ist keine Frage
der Registerzahl. Früher glaubte man, je
mehr Register, umso besser. Bei der
Abstimmung aller Komponenten eines
Instrumentes macht die Präzision der Arbeit,
die Erfahrung des Orgelbauers und die Güte
der Intonation weit mehr aus. Mit wenigen
Registern einen Raum zu füllen ist eine hohe
Kunst und guter Klang ist harte Arbeit.
Sie selbst arbeiten in Ihrem
Unternehmen als Intonateur. Wie lässt sich
das miteinander vereinen?
(lacht) Direkt nach der Meisterprüfung habe
ich meine eigene Werkstatt eröffnet. Klar
gibt es zunehmend andere Aufgaben, aber als
Intonateur bekommen sie zum Schluss jede
Pfeife in die Hand. Damit es dann nicht am
letzten hängen bleibt, muss bereits bei
Planung, Konstruktion und Bau der Orgel
alles wie am Schnürchen laufen. Und außerdem
macht mir das wirklich sehr viel Spaß.
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Impressum |
Sie sind Inhaber
eines Deutschen Patents?
Ja, der Barkerhebel mit Rückstellhilfe.
Dabei handelt es sich um eine Vorrichtung
innerhalb der Verbindung von der Taste zum
Windventil der Pfeife, die in der Hochzeit
des symphonischen Orgelbaus z.B. in
Frankreich häufig gebaut wurde. Ich habe
diese Vorrichtung überarbeitet und
entscheidend verbessert.
Für die Kirche St. Peter in Düsseldorf
liefern Sie das bisher größte Instrument aus
Ihrer Werkstatt. Was kommt danach?
Qualität lässt sich nicht beliebig
generieren. Jetzt bietet das Unternehmen
Arbeitsplätze für sechs Beschäftigte. Alles
ist überschaubar, kurze Wege kennzeichnen
die Arbeitsabläufe und ich habe frühzeitig
in modernste CNC- und CAD-Technik
investiert. Das wird auch so bleiben, denn
handwerkliche Spitzenleistung entsteht nicht
am Fließband. Warum sollte ein Instrument,
das für Generationen gebaut wird, in wenigen
Wochen fertig werden? Zur Zeit müssen Kunden
rund zwei Jahre nach Auftragsvergabe auf ihr
Instrument warten. Aber nur so lässt sich
das hohe Qualitätsniveau halten -
schließlich ist jede Orgel eine
Einzelanfertigung.
Sind Pfeifenorgeln da nicht ein
Anachronismus angesichts immer kürzer
werdender Produktzyklen?
Gute Klänge haben keine Effekte nötig. Die
Orgel spielt als akustisches Instrument
sozusagen „unplugged“ und das macht auch
ihren besonderen Reiz aus. Die Menschen
spüren durch den Zeitgeist hindurch das
Feierliche, das Erhabene des Orgelklangs.
Meine Instrumente wollen den Hörer mitnehmen
in die eigene Welt der Vorstellungen,
Gefühle und Verbundenheit. Daraus Kraft zu
schöpfen, ist einfach eine andere Qualität
zu leben. |