Die
Faszination über die Virtuosität eines
Meisters der Improvisation musste irgendwie
auch die neue Göckel-Orgel gespürt haben,
die sich eine Stunde lang über
Streicheleinheiten und Peitschenhiebe eines
Ansgar Wallenhorst freuen durfte.
Wallenhorst
entfachte auf dem zweiten Orgelkonzert in
der St. Elisabeth Gemeinde ein Gefühlsfeuer
bei seinen Zuhörern, das er nach belieben
anzuschüren oder in seiner Leuchtkraft
einzuschränken gedachte. Abschnittsweise
entließ der Organist sein Publikum in eine
geradezu fragile Nüchternheit leer stehender
Tonräume, bevor die Pause vehement beendet
wurde, und die radikale Kraft des
Instruments das Kirchenschiff wieder zum
Schaukeln brachte. Die Frankophilie des
ausgebildeten Theologen und Philosophen
Wallenhorst, rührend aus einem längeren
Studienaufenthalt in Paris, schlug sich auch
in seiner Auswahl der Stücke nieder. Geprägt
durch die französische Tradition seiner
Lehrer stehe er für eine Ästhetik des
Orgelspiels, die auf einer Durchdringung von
schöpferischer Interpretation und
Improvisationskunst basiere, heißt es in
seiner Vita.
Ansgar
Wallenhorst, Kantor an St. Peter und Paul in
Ratingen, machte sein Meister-Klassendiplom
an der Orgel bereits mit 25 Jahren und ist
heute Lehrer für Orgel-improvisation und
künstlerisches Orgelspiel an der
Musikhochschule Dortmund.
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Darüber
hinaus verwirklichte er mit einer offenen
Orgelklasse für Interpretation,
Improvisation und Analyse, deren Leiter er
ist, die Idee einer interdisziplinären
Unterrichtsform, die Studenten
nordrhein-westfälischer Hochschulen ein
monatliches Forum bieten soll.
Im Jahre 2000
gewann Wallenhorst den 43. Internationalen
Improvisationswettbewerb in Haarlem
(Niederlande). Der Auftritt dieses Könners
in der Gartenstadt soll keine
Ausnahmeerscheinung bleiben.
Veranstaltungen
dieser Güte werden obligatorisch aufgrund
spitzenmäßiger, musikalischer Hardware.
Die im
vergangenen Jahr eingeweihte Göckel-Orgel,
der ganze Stolz einer Gemeinde, verpflichtet
gerade dazu, neue Maßstäbe zu setzen.
Damit dieses
hervorragende Instrument auch in Zukunft von
begabten Menschen in regelmäßigen Abständen
bespielt werden kann, hat sich ein Kreis
engagierter Förderer zusammengeschlossen,
unter ihnen Elke Völker, selbst Organistin,
und dort zuständig für die künstlerische
Leitung. Einmal pro Vierteljahr habe man
vor, einen internationalen Künstler oder
jungen Preisträger in der St. Elisabeth
Kirche zu präsentieren. Orgelmusik auf solch
hohem Niveau: keine Selbstverständlichkeit
in der Gartenstadt. Deshalb wünsche sie
sich, so Völker, dass dieses Vorhaben auf
viel Gegenliebe in der Bevölkerung trifft.
Die ersten zwei Konzerte sprengten in jedem
Fall alle Erwartungen. |